Elisabethsee - Hinterstoder (12 km)

Bei bestem Pilgerwetter pilgerten wir (6 Pilger/innen) am Benediktweg vom Elisabethsee nach Hinterstoder.

Der Weg heißt hier "Flötzersteig", dieser führt entlang des hier sehr lebendigen Flusses "Steyr" auf sehr abwechslungsreichen und spannenden Pfaden bis Hinterstoder.

Das Wetter war perfekt, nicht mehr so heiß, weiße Wolken am azurblauen Himmel und ein leichtes Lüfterl ... also besser geht nicht! Vorweg, es war ein einziger Genuss dieser Pilgertag am Benediktweg bis Hinterstoder.

Der Flötzersteig führte uns zu Beginn auf  Wald- und Wurzelweg, dicht entlang von der stark rauschenden, teilweise wilden Steyr. Wie gut tat doch diese frische kühle Morgenluft, es war 8 Uhr am Vormittag. Die Sicht klar und rein, wir konnten den kleinen Priel immer wieder in seiner vollen ehrfürchtigen Pracht, nicht weit vor uns, sehen. Dann ging es ein kurzes steile Stück weg und hinauf vom Fluss. Weiter kamen wir zu einer Lichtung/Wiese, von dort war die beste Aussicht auf den kleinen Priel, der aber gar nicht klein wirkte, im Gegenteil ... da gehts sehr weit und steil hinauf zur Spitze.

Nach einer Stunde erreichten wir den Hochseilgarten, hier machten wir Trink- und Jausenpause auf dem sonnendurchfluteten Platz. Es war noch alles ruhig, erst um 10 Uhr wird aufgesperrt, dann sind bestimmt viele Menschen gekommen ... das Wetter war an diesem Vormittag ideal, für alle möglichen Aktivitäten im Freien, in dieser herrlichen Naturarena entlang der Steyr.

Wir querten danach die Bundesstraße und auf dieser auch die Steyr um dann auf der rechten Seite Flussaufwärts weiterzupilgern. Bald kamen wir nach rechts von der Steyr abweichend zu ein paar Häusern und nach diesen zu einer Kapelle namens "Eisterer Kapelle". 

In dieser Kapelle war ein berührender Text in einem Holzbilderrahmen mit zwei Engel als Zierde. Es handelt sich um ein "Sternenkind":

Erinnerung an einen Wimpernschlag des Lebens:

Wer, wenn nicht er, hat dich zu uns geschickt?

Beim Sonnenschein hast du viel zu früh das Licht der Welt erblickt.

Als der Abend kam musstest du schon wieder geh'n,

nie hast du die Sterne am Himmel auf Erden geseh'n,

trotzdem bist du unser Sternenkind,

weggetragen wie durch einen lauen Sommerwind.

In der Sonne, im Regen, im Wind,

ich kann dich immer noch sehen - mein Sternenkind.

Ein Leben lang werden wir dich vermissen,

ruhe sanft auf deinem Sternenkissen.

Dein Leben, nicht einmal ein ganzer Tag,

dein Leben war nur ein Wimpernschlag.

Gebet für die kleine Monika - 23.Juli 1983  13:10 - 21:15 - verfasst von deiner Mama. 

Ja, das hat uns traurig und nachdenklich gemacht und zugleich dankbar für unser Leben das wir führen dürfen!

Weiter wanderten wir auf asphaltierten Güterweg mit großartigen Blick auf die Skipisten der Höss und dem dahinter aufragenden Bergen des Warschenek. Wir kamen vorbei bei der "Flötzerstube", leider gibts diese nicht mehr - sehr schade, die Chefin machte immer so einen leckeren Schweinsbraten.

Dann kamen wir wieder ganz nah an die rauschende, wilde Steyr und erreichten das Naturwunder, den ohrenbetäubend tosenden Stromboding-Wasserfall. Das Wasser stürzt mächtig und weiß schäumend hinunter, wird dann von einem großen Felsblock im Flussbett geteilt - dieser Felsblock ist laut Sage die Spitze vom kleinen Priel, ja wie kommt den die dahin??

Nach ausreichender Aufnahme dieser Energie des Wasserfalls mussten wir leider den Flötzersteig verlassen, hinauf zur Straße gehen und dort am Gehsteig einen Kilometer zurücklegen, es waren Holzarbeiten im Bereich der Kreideluckn und des Schwarzbaches, daher war abgesperrt.

Wir kamen nach diesem Stück zu einer Brücke die uns über das glasklare grünlich blaue Wasser der Steyr führte, auf einem Schotterweg, vorbei an einem malerischen Haus, kamen wir zum Kneipplatz von Hinterstoder. Dieser befindet sich direkt an der Steyr, gegenüber auf der anderen Seite ist der große Parkplatz der Höss-Bergbahnen.

Hier, an diesem traumhaften Ort mit Kneippanlage, großen Holzgarnituren mit Sonnenschirm, liesen wir uns nieder zu einem Picknick mit Kaffee und Kuchen. Danach wurde intensiv gekneippt, mei war das Wasser kalt - die Füße/Beine brannten förmlich, aber nach ein paar weiteren "Durchgängen" wurde es richtig angenehm.

Nach dieser lohnenden Mittagspause pilgerten wir noch einen Kilometer bis zur Kirche von Hinterstoder. In dieser fanden wir den begehrten Pilgerstempel vom Benediktweg, dieser wurde sorgfältig in unsere Pilgerpässe (welche ich für jeden Pilger/in machte) reingedrückt ... der einzige an diesem Tag. Eine Ankommensandacht mit Impuls und Lied war zugleich der Abschluss dieses tollen Pilger(Vormit)tages. 

Wir fuhren mit dem Öffi Bus zurück zur Steyrbrück und marschierten zum Elisabethsee, dort wurde noch eingekehrt ... war mit dem Besitzer so ausgemacht, somit durften wir die Autos auf dem "Badparkplatz" parken.

Nach nettem Abschluss bei Snack, Eiskaffee, Getränke, ... wurde noch über den gelungenen Pilgertag geplaudert und natürlich auch über vieles weitere!

Vielen Dank an Alle für die sehr angenehme bereichernde Art und Weise, es war mir eine große Freude mit euch am Flötzersteig zu pilgern .... bis zum Nächstenmal!

Euer Pilger, Helmut!

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