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von Kremsmünster bis Schlierbach 115km

Bildgalerie ... siehe ganz unten!

1. Tag: von Kremsmünster bis Schlierbach (27km)

Wir trafen uns am frühen Morgen um 6:30 im großartigen Benediktinerstift von Kremsmünster.

8 Pilger und meine Wenigkeit waren etwas aufgeregt ... was wird in den nächsten Tagen alles auf uns zukommen? Das Wetter, die Strapazen, die Herbergen, und ...!

Pater Albert gab uns in der prächtigen Kirche des Stiftes den Pilgersegen. Wir nahmen uns noch etwas Zeit um die Kirche zu besichtigen (da gibt es vieles zu entdecken, besonders das reichverzierte Skelett in einem Glassarg war spannend). Ein Pilgerstempel wurde dann auch noch von einer rührigen Schwester gefunden - ich hatte einen Pilgerpass für jeden dabei.

Bei Tagesbeginn und sehr lebhaften Wind sind wir losgepilgert durch den Ort, danach über Felder, Wiesen und Wälder kamen wir zum Golfplatz von Bad-Hall. Dort hatten wir eine erste bemerkenswerte Aussicht auf die Kirchen von Pfarrkirchen, Bad-Hall und dem noch fernen Gebirge.

Der Benediktweg führte uns zu der Pfarrkirche von Pfarrkirchen, eine der schönsten Rokokokirchen Österreichs, ja, dem konnten wir nur zustimmen, wirklich eine Augenweide.

Danach pilgerten wir in das Sulzbachtal und in den Kurpark von Bad-Hall. Die noch nicht so alte Neugotische Kirche von Bad-Hall wurde auch besucht, hier wurde auch ein Pilgerstempel gefunden. Diese im zu Ende gehenden 19.Jhd. erbaute Kirche ist schon eine größere, aber sie ist ja nur das Übungsstück für den Linzer Mariendom, dieser wurde nach der Bad-Haller Kirche gebaut - sie sind sehr ähnlich, ja stimmt, besonders der Kirchturm.

Weiter durch den Kurpark marschierten wir immer leicht ansteigend zur Ranshofner-Kapelle, ein Platz an dem die Fotoapparate bzw. Handys gezückt wurden, wirklich schön hier mit Blick zurück auf Pfarrkirchen und Umgebung.

Danach gings vorbei beim Forster und bald danach kamen wir zu einem Hügel, ein Aussichtspunkt mit Bankerl und Blick in die Berge. Noch sind sie weit entfernt, aber schon in 2 Tagen werden wir mitten drinnen sein in dieser Gebirgswelt der Pyhrn/Priel Gegend.

In Adlwang stand natürlich die Wallfahrtskirche am Programm, schön und spannend ist dieser älteste Marienwallfahrtsort von Oberösterreich. Ich durfte sie ein wenig erklären und auf einige Besonderheiten hinweisen, wie z.B. den Marien- und Benediktaltar und den "Blutschwitzenden Heiland".

Mittagessen war im GH Herzog, dort wurden wir bestens versorgt von der Wirtin (Gina) und deren fleißigen Helfer/innen.

Ab Adlwang übernahm meine Frau Doris die Pilgerbegleitung, meine Bandscheiben waren beleidigt ... unser Haus wird vom Sohn Jakob umgebaut und da hab ich mich in letzter Zeit ein wenig überlastet.

Doris (ist ausgebildete Pilgerbegleiterin) führte die Gruppe (... nach Einkehr beim Erwin, ein Schnappserl gleich nach Adlwang) gekonnt nach Nussbach und weiter bis zum Tagesziel Schlierbach. Im ÖKO Feriendorf fanden die Pilger/innen Platz in zwei Häusern, danach verbrachten wir noch einen gemütlichen Abend in der Stiftspizzeria (beim "lustigen Kellner"). 

Der erste lange Tag war geschafft, das Wetter war gut zu uns (entgegen der Vorhersage), nur der Wind schaffte es beinahe einigemale uns zu verblasen. 

2. Tag: von Schlierbach bis Klaus (24km)

Sehr früh, um 6:15 wurde schon gefrühstück im Haus "Christine". Ich besorgte frisches Gebäck und einiges mehr. Es ist doch ein schöner Tagesbeginn, wenn gemeinsam gefrühstück wird. Alle waren gut ausgeschlafen und schon voller Tatendrang.

In der Siftskirche von Schlierbach besuchten wir die Morgenmesse, der Abt persönlich war hier und wusste schon, dass eine Pilgergruppe an der Messe teilnimmt. Dieser hatte ein paar motivierende Worte für uns Benediktpilger am Ende der Messe über. 

Wie sensationell schön, beinahe unglaublich sehenswert diese Kirche ist, wurde mir bewusst, als die beiden Waldviertlerinnen (Edeltraud und Erika) in die Kirche gingen und sie mit einem beinahe lautem aaahhhh und oooohhhh bestaunten, so etwas schönes (Kirche) hätten sie noch nie gesehen. 

Nach der Messe wurde unter Begleitung von Doris hinauf auf den Grillenparz gepilgert. Dies ist ein großartiger runder Aussichtshügel oder schon mehr ein Berg, der Blick rundherum ist normal faszinierend ... aber an diesem Tag doch ein wenig eingeschränkt durch die Wolken und Nebelschwaden.

Weiter führten die Benediktwegschilder zum Habingerkreuz, die färbigen Glasfenster sind sehenswert ... und ein Pilgerstempel war auch da.

Anschließend marschierten die Pilger in Stille und alleine (ohne Doris, fuhr zur Hochzeit von meiner Nichte) weiter in den Wald hinauf und bis zum GH Ratscher. Die Ausblicke am Weg dorthin waren Besondere, durch die Burg Altpernstein und hinunter ins Kremstal und der Kremsmauer auf der anderen Seite. Sogar der Priel konnte gesehen werden, dieser war tief verschneit ... die bereits verschneiten Skipisten von der Höss waren auch gut erkennbar.

Im GH Ratscher durften wir bei der Wirtin einkehren und ausrasten, Kaffee und sonstiges wurde genossen.

Nicht mehr weit und die faszinierende Burg von Altpernstein wurde erreicht. Diese liegt auf einen Felsensporn hoch über dem Kremstal, weiter über ihr ist dann noch der Hirschwaldstein. Hier kann man Geburtstagfeiern, wie mir eine nette Dame verriet, die gerade Blumensträuße zum Burgtor trug ... aha, ich hab ja nächstes Jahr meinen 60.ger!!!

Es stand eine Stunde durch Wald bevor, aber es war (die Pilger waren einer Meinung) sehr angenehm und schön, die Sonne war meisten "herausen" und setzte die gefärbten Blätter des Waldes sehr gekonnt in Szene. Achja, ich machte ab diesen Tag das Begleitfahrzeug ... Heli`s Taxi Reisen war immer dabei und zur Stelle - Gepäcktransport, uvm.!

Beim oberen Wienerweg bei der Kapelle mit der holzgeschnitzten Schutzmantelmadonna von Frauenstein warteten wir auf die Pilgergruppe ... wir? Ja, Hermine hatte sich am ersten Tag erkältet und fuhr mit mir mit.

Wie schön, welche Freude als die Gruppe dann plötzlich aus dem Wald kam und bei der "besonnten" Kapelle platznahm für eine Rast, ich nutzte diese Gelegenheit für einen Pilgerimpuls.

Noch ein herrliches Stück des Weges durch Wald und entlang eines märchenhaftem Bächleins, einige Gräbelchen mussten auch noch überwunden werden, dann war die Gruppe bei der Jausenstation etwas oberhalb vom Steyrer-Durchbruch. Marianne und Josef erwarteten uns schon und bewirteten uns bestens mit Getränken, Schweinsbraten und Gemüseleibchen.

Der Steyrdurchbruch wurde danach überwunden, das geht ganz leicht über das Jugenstilkraftwerk aus den 20er Jahren des 20.Jhd. und weiter ging es direkt auf die Kirche von Frauenstein zu ... diese lag vor den Pilgern, was für ein Bild ... die Kirche auf einer Anhöhe, dahinter das gewaltige Bergmassiv vom Priel, wie zerbrechlich wirkt da die schlanke dem Himmel zustrebende Kirche.

Ich holte währenddessen meinen Freund Josef vom Bahnhof Klaus ab, dieser kam aus Maria-Zell und half mir (uns) bei der Pilgerbegleitung in den kommenden Tagen.

Es war ein Bus mit Wallfahrer gerade in der Kirche von der Frau am Stein, sie hatten eine Messe. Wir besuchten halt vorher noch das Grab vom "Hans-Joachim Kuhlenkampf", dem berühmten deutschen Entertainer, der hier sein Lebensende verbrachte und begraben wurde.

Die Schutzmantelmadonna von Frauenstein ist schon besonders, wie wir dann festellten ... ich kenne ein wenig die Kirchengeschicht ... sie hängt mit dem sehr bedeutenden Habsburger "Kaiser Maximilian" zusammen, ja warum ... das konnte ich den Pilger/innen verraten.

Es begann zu regnen, aber für die Gruppe war dies kein Problem, wie sich an diesem und den kommenden Tagen herausstellte ... Hut ab, das sind richtige Pilger, die geben nicht klein bei, wenn es regnet, kalt und windig ist!

Aufregend war die Herberge an diesem Tag in Klaus. Wir nächtigten im Schloss Klaus, im Bereich der alten renovierten Burg, wie aufregend.

Sehr nett und freundlich war der Empfang vom Personal, aber vom Parkplatz gehts über alten überdachten Holzboden mit Stufen zur Haustüre, von dort 2 Stockwerke hinauf zur Rezeption und dann noch 3 bis 4 Stockwerke hinauf zu unseren Zimmern, also einige Höhenmeter. Hermine war sehr geschwächt, krank und musste die letzten Kräfte mobilisieren.

Nach dem Abendessen hatten wir noch einen gemütlichen und lustigen Abend in einem Stüberl, in diesem durften wir den selbst mitgebrachten Wein genießen, es ist nämlich Alkoholverbot im Haus - aber nach höflichem Fragen wurde mir (uns) dies gestattet. Es war ja Zeitumstellung, und so konnten wir eine Stunde länger beisammensitzen ... wie gesagt, es war sehr nett und lustig in der an diesem Tag angewachsenen Gruppe (3 kamen dazu an diesem Abend: Regina und Norbert, und Josef)!

Danach war aber wichtig gut und viel zu schlafen, am nächsten Tag wartete gleich der schwierigste und gefährlichste Teil dieser 5-Tages Pilgerreise auf uns.

3. Tag: von Klaus bis Hinterstoder (24km)

Der Tag ist nun plötzlich eine Stunde früher da ... bzw. hell, ja natürlich, wegen der Zeitumstellung!

Die Sonne machte diesen Oktobermorgen ganz besonders hübsch, wir konnten vom Schloss hinunter auf den Stausee und den bewaldeten Berghängen rundherum blicken ... dieses Farbenspiel von See, Blätter, teilw. blauem Himmel und Wolken, einfach großartig, so schön!

Leider musste Hermine aufgeben, sie war krank, grippisch. Ihre Freundin Elisabeth kümmerte sich bestens um Hermine und rief ihren Mann an, dieser holte Hermine ab und brachte sie nach Hause. Hermine war aber bis zum Schluss, bis nach Spital dabei. Karin hatte eine WhatsApp-Gruppe gebildet und somit konnte Hermine und alle anderen die Fotos der anderen sehen bzw. teilen, es waren viele Fotos!

Es wurde hinunter zum Stausee gepilgert, dann über die gewaltige Staumauer und weiter zum Seeblick-Restaurant. Ich war am Vormittag dabei, der Fischersteig ist sehr fordernd - daher bin ich diesen vor ein paar Tagen "abgegangen", um seine Besonderheiten und Tücken genau zu kennen.

Nach Teambuilding und mutmachenden Worten (gemeinsam schaffen wir das, ...) ging es los in den Wurzel-,Steinweg. Das viele Laub machte es nicht einfacher, es standen uns 2,5 Stunden aufregendes Wandern oft ganz nahe am Stausee bevor. Die Benediktwegschilder führen paralell zum Fischersteig auf einer Schotterstraße (Forststraße) entlang, aber das ist fad, der Fischersteig hingegen ist richtig spannend ... aber auch schwierig, er darf nicht unterschätzt werden. Doch die Gruppe hat sich in den letzten Tagen bewährt, und so konnte dies ohne (größere) Sorgen gewagt werden! 

Vorweg, alle schafften es bestens, kein Problem - im Gegenteil, es war ein Genussweg, abgesehen vom Regen, der uns schon den Vormittag ein wenig vermieste.

Nach dem 4.ten Graben, dem tiefsten, hatten wir es geschafft, danach ging es eben, zuerst noch auf  Waldweg, danach auf Asphaltweg (Radweg) bis in die erste Ortschaft. Vorher wurde noch die mächtige hohe Brücke überquert (nur für Radfahrer und Fussgeher), von dieser wurde uns ein beeindruckender Blick hinunter auf die Teichl (kleiner Fluss von Windischgarsten kommend), diese mündet hier in den Fluss Steyr, gleich nach der Steyr liegt lieblich der runde Elisabethsee - ein sehr beliebter Badesee.

Wir kamen zum Haus vom Stefan, diesen lernte ich vor ein paar Tagen kennen, als ich den Fischersteig abging. Ich fragte ihn damals ob wir uns die schöne Kapelle neben seinem Haus ansehen dürfen und ob er weiß wo man sich da für eine Mittagspause hinsetzten, unterstellen und die mitgenommene Jause essen könnte.

PS: es gibt von Klaus bis Hinterstoder keine einzige Einkehrmöglichkeit. Stefan war gleich sehr freundlich, natürlich dürfen wir die Kapelle besuchen und er bot mir auch an in einem Zelt seitlich hinter dem Haus unterschlupf zu finden und uns hinsetzten zu dürfen - sein Sohn feiert nämlich einen runden Geburtstag am Tag davor, und da können wir dann am Sonntag hinein und auch was zu trinken haben. Wau, super, ideal ... so kamen wir zur Kapelle und wurden zu unserer Überraschung schon von einigen Leuten erwartet! Es war sogar ein beheiztes Zelt, so konnten wir dem Regen entkommen und im Trockenen Platz nehmen. Uns wurden Getränke und Kaffee angeboten, sogar zu essen war noch genug von der Feier über. Dies wurde dankend angenommen, Stefan und seine Familie waren äußerst fürsorglich, wie schön, wie angenehm - wir waren so dankbar für Alles.

Stefan erzählte uns dann auch noch warum seine Familie diese Kapelle gebaut hatten, es war ein Unglück, welches wunderbarerweise gut ausgegangen ist ... es war sehr berührend, als er dies erzählte, wir standen dabei vor der Kapelle und waren alle sehr glücklich und froh über den guten Ausgang, sein junger Sohn hatte dieses Unglück vor Jahren überlebt!

Nach herzlichem Vergeltsgott pilgerte die Gruppe unter Führung von Josef (ausgebildeter Pilgerbegleiter aus Mariazell) weiter entlang vom Flötzersteig bis Hinterstoder.

Doris kam mit dem Bus (Heli's Taxi) von Klaus und wurde von Stefan noch bewirtet mit Getränk und Kistenbratl (ich hatte schon vorher eines genossen). 

Wir fuhren danach zum Parkplatz kurz vor Hinterstoder, Julia kam mit ihrer Tochter dazu, und gingen zur Kreideluckn. Georgina und ich gingen der Gruppe entgegen bis zum Strombodingwasserfall - ein Naturschauspiel der besonderen Art. Das Wasser der Steyr fließt durch und über den Fall, mit einem lauten Tosen, gewaltig diese Kraft und schön anzusehen und zu fotografieren. Dann wurde es so richtig aufregend, der Sagenerzähler Gottfried Ramsebner nahm sich für uns Zeit.

Vor der Kreideluckn kamen wir alle zusammen, bekamen jeder einen Helm und ab ging es hinauf in die Höhle namens Kreideluckn. Gottfried ging ein Stück mit uns in die Höhle, hatte sogar etwas zum Draufsitzen mit ... wir saßen im Halbdunkeln, hinein in die Höhle war es "schwarz", Gottfried war passend gekleidet und erzählte uns die "Teufelssage von Stoder". Gebannt lauschten wir seiner Sage, so erfuhren wie wie der Teufel vor langer langer Zeit hier in Stoder scheiterte, er erbeutete keine Seele, die Stoderer waren zu brave Gottgläubige Menschen, so versuchte er sie zu ersäufen ... mit den Felsen vom kleinen Priel!!!

Es wurde schon "dumpa" und wir konnten ihn nur mehr schemenhaft sehen, als er auch noch die Sage vom Bergmandl erzählte, also besser gehts nicht!

Wir verabschiedeten uns dann von Gottfried (wir sahen ihn am nächsten Tag wieder, in seinem Hotel in Vorderstoder) und von Julias Tochter (Julia pilgerte ab nun mit uns am Benediktweg) marschierten flott entlang der rauschenden Steyr, vorbei am Kneippplatz, bis zum Jutel (Jugenherberge), 

checkten ein und gingen danach zum GH Post essen. Einige dachten es regnet stark, als sie vom Jutel hinausgingen (es war schon finstere nacht um 18Uhr), kamen zurück um Regenschirme zu holen ... haha, ja warum denn, das ist doch nur die rauschende Steyr und nicht der Regen!!

4. Tag: von Hinterstoder bis Windischgarsten (24km)

Petra war eine wahre Perle, die Chefin vom Jutel erfüllte uns den Wunsch schon um 6:30 zu frühstücken. Das war wichtig, der bevorstehende Tag ist voller Sehenswürdigkeiten, Naturschauspielen und auch mit vielen Höhenmetern UND ... es war Regen angesagt.

In der Kirche von Hinterstoder war ein Stempel für unsere Pilgerpässe, wir hielten Andacht und sangen gemeinsam ein Lied ... es ist schön, so früh am Morgen in einer stillen Kirche zu sitzen und diese Ruhe und Räumlichkeit zu genießen und mit einem berührenden Lied zu bereichern!

Doris und Josef waren ab nun das Pilgerbegleiterduo und ich das Pilgerbegleiterfahrzeug ... ideal für die Gruppe, es kann alles in den Bus geladen werden und am Weg war ich immer, wo es nur ging, zur Stelle!

Bis Vorderstoder waren es 9km mit tollen Aussichtspunkten, aber die Regenwolken ließen nicht alle Berge freiwerden.

Die Kirche vom Hl. Leopold in Vorderstoder war das Zwischenziel, mit ausrasten und Pilgerstempel UND der Geschicht vom Schlüsselwunder. Diese wird sogar im Linzer Mariendom in einem Kirchenfenster "malerisch" dargestellt! (PS: ihr könnt diese Geschichte in der Bildergalerie am Ende dieses Blogges nachlesen).

Es begann zu regnen und hörte an diesem Tag nicht mehr auf. Aber wie schon erwähnt, die Gruppe war "hart im nehmen" und marschierte unbeirrt weiter, Hochachtung - Ihr habt das Spitze gemacht, wie richtige Pilger eben!

In Roßleithen bei der Jausenstation Gallbrunn wurde Mittagspause gemacht, die Wirtsleute servierten ihre "berühmten" Knödel mit Kraut und Kartoffel. Eine köstlicher Schmaus mit hausgemachter Mehlspeise als süße Draufgabe. Der Blick aus dem Fenster war wenig erfreulich, Regen, die Wolken kamen weit herunter. Aber trotzdem, nach herzlichem Dank an das Seniorpaar (82 bzw. 86 Jahre, die kochten gekonnt die Knödel) und Ihrer Schwiegertochter wurde weitergepilgert.

Roßleithen, ein erhöhter kleiner Ort etliche Kilometer vor Windischgarsten, bietet einige Sehenswürdigkeiten. Z.B. das Sensenschmiedewerk mit der größten Sense der Welt am Platz davor, hier wurden richtig viele Sensen produziert. Danach der Weg entlang der Pießling hinauf bis zu dessen berühmten und faszinierenden Ursprung, dem "Pießlingursprung" - gewaltig, das Wasser kommt aus einer Höhle von unter heraus! Ein neu errichte Aussichtsrampe ermöglichte einen guten Blick in dieses Naturereignis,  es ist auch eine große wichtige Trinkwasserquelle für die Menschen.

Danach gehts zum Gleinkersee, ein Naturjuwel der besonderen Art. Dieser liegt beschaulich vor den mächtigen Bergen des Warschenecks. Es wurde schon dunkel, als die Gruppe zum See kam.

Ich nahm einige Pilger in meinen Bus auf und brachte sie hinunter nach Windischgarsten (es sind fast nur Aspahltkilometer und der Benediktweg führt auch meistens auf Landesstraße) in Ihre Herberge, danach holte ich den Rest ab. Beim GH schwarzen Grafen und beim GH Kemmetmüller waren wir einquartiert. Wir aßen beim ersteren gemeinsam zu Abend, es war ja nun schon die letzte gemeinsame Nacht ... die Stimmung war bestens bei sehr gutem Essen und Trinken welches uns die freundliche junge Wirtin brachte.

5. Tag: von Windischgarsten bis Spital/Pyhrn (15km)

Um halb neun begann unser letzter Pilgertag bei der großen wuchtigen Kirche zu St.Jacob von Windischgarsten.

Eine Andacht mit berührendem Lied von Dietrich Bonhoeffer: "Von guten Mächten wunderbar geborgen" wurde gehalten, auch ein Stempel war neben der Marienkapelle zu finden.

Dieser Tag war wie eine Belohnung für die letzten beiden meist verregneten und kalten Tage. Frischer Schnee auf den Bergen, meist blauer Himmel mit Sonnenschein, herrlich erfrischende Luft für unsere Lungen, das Farbenspiel des Herbstes mit den gefärbten Blättern an den Hängen unterhalb der schneebedeckten Berge ... wie schön, traumhaft, einfach wunderbar.

Diese letzten Kilometer am Benediktweg bis zum entgültigen Ziel in Spital/Pyhrn waren ein einziger Genuss. Der Weg führte hinaus aus den schönen Ort im Garstnertal, auf einem Wiesenweg hinauf auf einen Hügel (die ersten spektakulären Ausblicke...), wieder hinunter in einen Park mit Wasserlauf. Dann entlang einem Asphaltsträßchen wieder leicht bergauf, vorbei beim Sperl-Hotel. Danach machte ich eine "Wegkorrektur", die Schilder führten in einen Graben mit Bach und Wald. Diese 2,5km konnten aber besser genutzt werden, die Gruppe pilgerte das Sträßchen weiter entlang und bot uns somit immerwieder überwältigende Ausblicke auf die umgebende Bergwelt (Priel, Warscheneck, Bosruck, Phyrgas, Haller Mauern, Sensengebirge) und hinunter ins Garstnertal.

Bei der Dansbacherkapelle, um die Mittagszeit, wurde Pause gemacht um ein wenig zu rasten und sich zu stärken. Auch war natürlich die Stimmung auf einem sehr hohen Level, es wurde gescherzt, jeder war zufrieden, ich meine sogar glücklich ... am allermeisten vielleicht sogar ich selbst.

Danach wurde über Wiesen und Weiden hinuntergewandert zur Bundsstraße, diese und die Schienen überquert, danach entlang dieser bis zum Bahnhof von Spital. 

Das letzte Stück wurde vor dem Fussballplatz nach rechts auf einem Wiesenweg eingebogen, hinauf zur Kapelle, der Dom vom Phyrn trat mit seinen beiden Türmen in Erscheinung, ein wahrhaft ehrwürdiger Anblick  mit dem Gebirge dahinter.

Ich hatte den Hr. Pfarrer bestellt für eine Kirchenführung im Chorherrenstift, das war ein würdiger Abschluss in dieser wunderschönen Kirche mit großartigen prächtigen Malereien, besonders im Altarraum war es sehr beeindruckend "färbig". 

Vor der Kirche wurde noch "abgeklatscht", zum Abschluss des erfolgreichen fünftägigen Pilgerns. 

Im Cafe Kemetmüller durften wir einkehren, ein kleines Essen mit anschließendem Kaffee und verführerischen Mehlspeisen war die Belohnung für die 115km pilgern. Da war eine Zeitschrift "Servus" ... ja wer ist denn da abgebildet mit langem Bericht, ja, es ist Josef von Mariazell, der uns die letzten 3 Tage begleitet hat!

Einige fuhren mit dem Zug heim, die meisten nahm ich mit "Heli's Taxi Reisen" mit und brachte sie zum Parkplatz von Kremsmünsterer Stift. Die Verabschiedung war nochmal berührend, Umarmung und lachende Gesichter mit den besten Wünschen für jeden von jedem! 

Ich bin sehr dankbar, so eine Gruppe zu begleiten, dieser Zusammenhalt, diese Bescheidenheit, diese Fröhlichkeit, dieses Miteinander (auch den Trauerfällen einiger Mitpilgerinnen, wurden gemeinsam gedacht), ich hoffe sehr auf ein Wiedersehen, am besten auf einer Pilgerreise zu Fuß.

Ganz besonderer Dank auch an meine Frau Doris und meinen Pilgerfreund Josef, die beiden haben die Gruppe am Weg bestens begleitet!

Euer Pilger Helmut!

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